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PMOS statt PCOS: Warum sich die Bezeichnung verändert

Viele Menschen kennen die Abkürzung PCOS – das sogenannte „Polyzystische Ovarialsyndrom“. In den letzten Jahren taucht jedoch immer häufiger die Bezeichnung PMOS auf. Die neue Abkürzung steht für „Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom“ und soll die Erkrankung präziser beschreiben.

 

Doch warum wurde die Bezeichnung geändert? Was genau steckt hinter PMOS und welche Symptome können auftreten? In diesem Beitrag erkläre ich dir die wichtigsten Hintergründe verständlich und kompakt.

PMOS statt PCOS_Titelbild

Warum PCOS jetzt PMOS genannt wird

Die klassische Bezeichnung PCOS basiert auf dem Begriff „polyzystische Ovarien“. Lange Zeit ging man davon aus, dass kleine Zysten an den Eierstöcken das zentrale Merkmal der Erkrankung seien. Mittlerweile weiß man jedoch, dass dies nur einen Teil des Gesamtbildes beschreibt und sogar missverständlich sein kann.

 

Die kleinen Strukturen, die im Ultraschall sichtbar sind, sind nämlich häufig keine echten Zysten. Stattdessen handelt es sich meist um viele kleine, unreife Follikel. Diese entstehen, weil der Eisprung oft ausbleibt oder unregelmäßig stattfindet. Der Begriff „Zysten“ vermittelt daher ein falsches Bild und sorgt nicht selten für Verunsicherung bei Betroffenen.

 

Zusätzlich rückt die Forschung heute stärker die Stoffwechselprozesse in den Mittelpunkt. Viele Menschen mit PCOS beziehungsweise PMOS haben nicht nur hormonelle Veränderungen, sondern auch metabolische Auffälligkeiten wie Insulinresistenz oder Probleme mit dem Blutzuckerstoffwechsel. Genau deshalb wird zunehmend der Begriff PMOS verwendet: „Polyendokrines  metabolisches Ovarialsyndrom“ beschreibt sowohl die Veränderungen an den Eierstöcken als auch die wichtige Rolle des Stoffwechsels.

 

Die neue Bezeichnung soll also dazu beitragen, die Erkrankung besser zu verstehen und Missverständnisse zu vermeiden. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass PMOS weit mehr ist als eine reine gynäkologische Erkrankung.

Was ist PMOS?

PMOS ist eine hormonelle und metabolische Erkrankung, die besonders häufig im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter festgestellt wird. Schätzungen zufolge gehört PMOS zu den häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter.

 

Bei PMOS gerät das empfindliche Zusammenspiel verschiedener Hormone aus dem Gleichgewicht. Oft produziert der Körper mehr männliche Hormone (Androgene) als üblich. Gleichzeitig reagieren viele Betroffene weniger empfindlich auf Insulin, das Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Diese sogenannte Insulinresistenz kann wiederum die Hormonproduktion beeinflussen und die Symptome verstärken.

 

Die Folgen zeigen sich häufig im Menstruationszyklus, an der Haut, den Haaren oder im Stoffwechsel. Nicht jede betroffene Person erlebt jedoch dieselben Beschwerden. PMOS kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

 

Welche Symptome können bei PMOS auftreten?

Die Symptome von PMOS sind vielfältig und individuell verschieden. Manche Betroffene haben nur leichte Beschwerden, andere sind im Alltag deutlich eingeschränkt. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

 

Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation

Ein typisches Anzeichen für PMOS sind unregelmäßige Zyklen. Die Menstruation kann selten auftreten oder über längere Zeit ganz ausbleiben. Ursache dafür ist häufig ein fehlender oder unregelmäßiger Eisprung.

 

Schwierigkeiten, schwanger zu werden

Da der Eisprung bei PMOS oft nicht regelmäßig stattfindet, kann die Fruchtbarkeit eingeschränkt sein. Viele Betroffene erfahren erst bei einem unerfüllten Kinderwunsch von der Diagnose.

 

Erhöhte männliche Hormone

Ein Überschuss an Androgenen kann verschiedene körperliche Veränderungen verursachen. Dazu gehören:

 

stärkere Körperbehaarung, beispielsweise im Gesicht oder am Bauch

Akne oder unreine Haut

fettige Haut

dünner werdendes Kopfhaar oder Haarausfall

 

Diese Symptome können emotional belastend sein und das Selbstwertgefühl beeinträchtigen.

 

Gewichtszunahme und Stoffwechselprobleme

Viele Menschen mit PMOS berichten von Schwierigkeiten beim Abnehmen oder einer schnellen Gewichtszunahme. Besonders Fettansammlungen im Bauchbereich treten häufig auf. Gleichzeitig kann eine Insulinresistenz vorliegen.

 

Bleibt diese unbehandelt, steigt langfristig das Risiko für weitere Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Müdigkeit und Erschöpfung

Auch anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder starke Erschöpfung können mit PMOS zusammenhängen. Hormonelle Schwankungen und Stoffwechselveränderungen beeinflussen oft das allgemeine Wohlbefinden.

 

Psychische Belastungen

PMOS betrifft nicht nur den Körper, sondern häufig auch die mentale Gesundheit. Viele Betroffene leiden unter Stimmungsschwankungen, Ängsten oder depressiven Verstimmungen. Gerade sichtbare Symptome wie Akne oder verstärkte Behaarung können psychisch belastend sein.

 

Wie wird PMOS diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt meist durch eine Kombination aus Gesprächen, Blutuntersuchungen und Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke. Ärztinnen und Ärzte achten dabei unter anderem auf:

 

Zyklusstörungen

erhöhte Androgenwerte

viele kleine Follikel an den Eierstöcken

Hinweise auf Stoffwechselstörungen

 

Wichtig ist: Nicht jede Person mit polyfollikulären (viele kleine Follikel) Eierstöcken hat automatisch PMOS. Erst das Zusammenspiel verschiedener Symptome führt zur Diagnose.

 

Oft gestellte Fragen zu PCOS/PMOS

FAQ

Oft gestellte Fragen zum Thema PCOS/PMOS. Hast du weitere Fragen? Dann kannst du mir diese gerne über mein Kontaktformular stellen, und ich melde mich bei dir.

Ist PMOS dasselbe wie PCOS?

Im Grunde handelt es sich um dieselbe Erkrankung. PMOS gilt jedoch als modernere und medizinisch genauere Bezeichnung.

Die Diagnose erfolgt meist durch Gespräche, Blut- und Ultraschalluntersuchungen. Dabei werden hormonelle Veränderungen, Zyklusstörungen und Stoffwechselauffälligkeiten berücksichtigt.

PMOS gilt aktuell nicht als vollständig heilbar. Viele Symptome und Beschwerden können jedoch erkannt, beobachtet, individuell begleitet und so gelindert werden.

Nein. Zyklusstörungen können viele unterschiedliche Ursachen haben. Erst wenn mehrere typische Merkmale zusammenkommen, wird die Diagnose PMOS gestellt.

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Forschende gehen jedoch davon aus, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen können.

Ja. Obwohl Übergewicht bei PMOS häufig vorkommt, können auch schlanke Menschen betroffen sein. Die Erkrankung ist nicht ausschließlich an das Körpergewicht gebunden.

Fazit zu PCOS/PMOS

Die neue Bezeichnung PMOS ersetzt zunehmend den Begriff PCOS, weil sie die Erkrankung genauer beschreibt. Statt vermeintlicher „Zysten“ stehen heute die vielen unreifen Follikel und vor allem die Stoffwechselveränderungen im Fokus.

 

PMOS ist eine komplexe hormonelle und metabolische Erkrankung, die sich sehr unterschiedlich äußern kann. Typische Symptome sind Zyklusstörungen, Akne, verstärkte Körperbehaarung, Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Schwanger werden. Gleichzeitig kann die Erkrankung auch psychisch belastend sein.

 

Die Umbenennung von PCOS zu PMOS soll dazu beitragen, die Erkrankung verständlicher und medizinisch präziser einzuordnen. Betroffenen kann dies dabei helfen, die Zusammenhänge zwischen Hormonen, Stoffwechsel und den verschiedenen Symptomen besser zu verstehen.

 

Wichtig ist vor allem, Beschwerden ernst zu nehmen und medizinisch abklären zu lassen. Denn je früher PMOS erkannt wird, desto besser können Betroffene lernen, mit der Erkrankung umzugehen.

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Julia Ulrich Zyklusmentorin

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